Nachdem die Handballer des DSC Wanne-Eickel zuletzt am grünen Tisch vier Punkte aus den abgesagten Partien gegen Bommern III und Bochum-Riemke zugesprochen bekommen hatten und sich am vergangenen Donnerstag mit einem 32:26-Erfolg im Nachholspiel gegen die Sieben aus Scherlebeck weiter Luft im Abstiegskampf verschaffen konnten, wartete am Samstagnachmittag die nächste richtungsweisende Aufgabe. Gastgeber Witten-Herbede rangierte mit nur einem Punkt weniger noch tiefer im Tabellenkeller, sodass die Ausgangslage bereits vor dem Anpfiff für Spannung sorgte.
Während die Kasper-Sieben leicht angeschlagen und stark dezimiert antrat, konnte Herbede mit einem voll besetzten 16-Mann-Kader auflaufen. Beim DSC trudelten die Spieler dagegen nach und nach zur Spielvorbereitung ein, sodass Trainer Peter Kasper letztlich doch nicht alleine auf der Bank Platz nehmen musste. Mit dabei waren auch der reaktivierte Reservist Daniel Niggemann sowie der angeschlagene Pascal Röhrle, der in Herbede bestens bekannt ist. Auf ihn setzte Kasper große Hoffnungen – nicht zuletzt, da der Gastgeber sichtlich Respekt vor dem wurfgewaltigen Rückraumspieler zeigte.
Die taktische Marschroute, das Spiel ruhig anzugehen und dem Gegner möglichst wenig Ballbesitz zu überlassen, ging zunächst voll auf. Röhrle eröffnete den Torreigen mit einem sehenswerten Linkswurf, ehe Sokolowski, Sauerhoff und Bollmann eine 4:0-Führung herauswarfen. Währenddessen scheiterten die Gastgeber mehrfach am gut aufgelegten Stefan Kube im Kasten des DSC. Doch nach gut zwölf Minuten schlichen sich bei den Wannern die ersten Ungenauigkeiten ein, die Spielidee ging etwas verloren und Herbede nutzte die Schwächephase konsequent zum 4:4-Ausgleich.
Zeitstrafen und eine doppelte Unterzahl verhinderten in der Folge, dass sich der DSC weiter absetzen konnte. Nach einer Viertelstunde übernahm Herbede erstmals die Führung. Die Gäste liefen nun ständig einem knappen Rückstand hinterher, technische Fehler im Angriff verhinderten eine Belohnung für die insgesamt ordentliche Defensivarbeit. Trainer Kasper reagierte mit einer Auszeit und brachte Daniel Niggemann für den glücklosen Niklas Hensen. Der Wechsel sorgte für mehr Schwung in der Offensive, offenbarte jedoch Defizite im Rückzugsverhalten.
Dennoch fand der DSC nun besser Lösungen gegen die offensive Manndeckung von Pascal Röhrle. Durch kluge Wechselbewegungen wurde die Abwehr der Gastgeber immer wieder auseinandergezogen, die entstehenden Lücken nutzten die Wanner zu einfachen Toren. So ging es mit einem knappen 12:11-Rückstand für den DSC in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel setzte sich das ausgeglichene Spiel zunächst fort. Die offensive Deckung der Gastgeber bot weiterhin Räume, die der DSC zu nutzen wusste, während Herbede mit eigenen gelungenen Angriffsaktionen dagegenhielt. Rund zehn Minuten nach Wiederanpfiff packte die Abwehr der Mondstädter endlich entschlossener zu. Die sich bietenden Gegenstoßchancen verwerteten Eike Hippe und Pascal Röhrle konsequent, ein weiterer Tempogegenstoß konnte von Herbede nur durch eine Disqualifikation gestoppt werden.
Dennoch dauerte es bis zur 51. Minute, ehe sich der DSC die Führung endgültig zurückeroberte. Trotz zwischenzeitlicher Unterzahl schien das Momentum nun klar auf Seiten der Gäste zu liegen. Gute Sperren der Kreisläufer Dennis Gawlick und Michael Sauerhoff sowie viel Bewegung im Rückraum und über den einlaufenden Rechtsaußen brachten immer wieder Lücken in die Abwehr der Gastgeber. Diese nutzte vor allem Rückraumshooter Stefan Sokolowski, der am Ende auf sieben Treffer kam.
Mit großem Kampfgeist und langem Atem brachte der DSC den knappen Vorsprung ins Ziel und sicherte sich zwei enorm wichtige Punkte. Damit vergrößerten die Mondstädter den Abstand zu den Verfolgern auf drei Zähler. Bereits am kommenden Sonntag bietet sich im Rückspiel gegen Riemke die nächste Gelegenheit, die Position im Tabellenmittelfeld weiter zu festigen. Anwurf ist wie gewohnt um 11:15 Uhr im Sportpark.