Ein Mann mehr ist noch keine Übermacht

HSV Herbede II gg. DSC Wanne-Eickel 30:12 (16:7)

Es gibt schönere Orte, um Geburtstag zu feiern, als eine Sporthalle in Witten an einem Samstagabend. Florian Gimmerthal hat sich trotzdem genau dafür entschieden. Der DSC-Trainer schob seine eigene Party nach hinten, um am Tag der Deutschen Einheit um 17:30 Uhr in der Jahnsporthalle an der Seitenlinie zu stehen. Ein schönes Zeichen. Das passende Geschenk hatte seine Mannschaft allerdings nicht dabei: Am Ende stand ein 30:12 für den HSV Herbede II.

Nach der Auftaktniederlage gegen Bochum hatte sich der DSC eine Einheit gewünscht, die „ein paar Mann größer“ ist. Geworden ist es genau einer. Neun Namen standen auf dem Spielbericht: Stefan Kube im Tor, acht Leute im Feld. Auch das ist knapp, deshalb lief Alex Motoc wieder als Feldspieler auf. Ein Mann mehr ist eben noch keine Übermacht. Die hatte an diesem Abend wieder der Gegner.

Hände hoch: Der DSC im Block gegen den HSV Herbede II.

Zehn Minuten bis zum ersten Tor

Herbede startete hellwach. 1:0, 2:0, 3:0 – erst nach gut zehn Minuten traf Rouven Lindner zum 3:1. Danach traf Herbede viermal in Folge. Simon Schlimm verkürzte auf 7:2, doch Herbede legte direkt sechs Tore nach. Auch Gimmerthals Auszeit beim 9:2 änderte daran nichts. Nach 21 Minuten stand es 13:2.

Dann kam die beste Phase des DSC. Eike Hippe verwandelte zwei Siebenmeter, Dennis Gawlick traf, Hippe legte nach. Mit einem 4:0-Lauf kam der DSC auf 13:6 heran. Herbede nahm kurz darauf eine Auszeit und zog bis zur Pause wieder auf 16:6 davon. Schlimm traf kurz vor der Halbzeit noch zum 16:7.

Wer zieht hier die Fäden?

Woran es lag, war schnell klar. Dem DSC fehlt das Training, und das hat man gemerkt. Noch mehr fehlte ein Mittelmann, der Ruhe und Struktur ins Spiel bringt. So blieb es oft bei Einzelaktionen, ein richtiges Spiel kam kaum zustande. Einsatz war da, ein Plan nur selten. Gegen Herbede reicht das nicht.

Die zweite Hälfte begann trotzdem ordentlich. Schlimm traf zweimal zum 17:9, Stefan Sokolowski legte zwei Tore zum 20:11 nach. Das war in der 41. Minute.

Fast 20 Minuten ohne Tor

Danach traf der DSC fast 20 Minuten lang nicht mehr. Herbede machte zehn Tore in Folge bis zum 30:11, allein Nils Boldt kam am Ende auf acht Treffer. Dazu kamen in der zweiten Hälfte drei Zeitstrafen gegen den DSC, die bei dem kleinen Kader zusätzlich Kraft kosteten. Den letzten Treffer erzielte Dennis Gawlick 19 Sekunden vor Schluss zum 30:12.

Stefan Kube hatte im Tor 60 Minuten lang viel zu tun. Bester Werfer des DSC war Simon Schlimm mit vier Toren, Eike Hippe kam auf drei.

Die Niederlage ist verdient, da gibt es nichts zu beschönigen. Nach zwei Spielen steht der DSC ohne Punkte am Tabellenende. Das ist kein Weltuntergang, aber ein klarer Hinweis darauf, dass der Schuh sehr drückt.

Umso größer ist der Respekt vor allen, die trotz dieser schwierigen Phase da sind. Sie kommen Woche für Woche, halten ihre Knochen hin und setzen sich für den DSC ein. Dafür an dieser Stelle ein großes Dankeschön!

Wunschzettel: Handballer gesucht

Damit diese Truppe bald Verstärkung bekommt, eine dringende Bitte: Wer schon einmal Handball gespielt hat, ist beim DSC herzlich willkommen, egal ob gestern oder vor zehn Jahren. Trainiert wird montags um 20 Uhr und donnerstags um 18:30 Uhr im Wanner Sportpark. Weil die Hallensituation in Herne gerade angespannt ist, am besten vorher kurz melden: Alexander Motoc freut sich über jede Nachricht, unter 0176 70860635 oder per Mail an info@dsc-handball.de. Und wer schon einmal auf der Mitte gespielt hat, wäre das perfekte nachträgliche Geburtstagsgeschenk für den Trainer.

Weiter geht es am Sonntag, 11. Oktober, um 11:15 Uhr in der heimischen Sporthalle Wanne-Süd. Zu Gast ist die SG Hüls-Scherlebeck III, die ebenfalls noch auf ihre ersten Punkte wartet. Vielleicht gibt es dann endlich etwas zu feiern. Die Party kann Gimmerthal ja nachholen.

Kube; Schlimm (4), Hippe (3/2), Gawlick (2), Sokolowski (2), Lindner (1), Godel, Haßenpflug, Motoc