SG LiDa II gg. DSC Wanne-Eickel 33:18 (12:9)
Acht. Neun. Elf. Wer die Spielberichte des DSC in dieser Saison liest, kann mitzählen. Gegen Bochum standen noch die glorreichen Acht auf dem Bogen, in Herbede war es einer mehr. Am Donnerstagabend zählte Florian Gimmerthal in der Sporthalle der Matthias-Claudius-Gesamtschule in Bochum durch und kam bei elf an. Zweistellig, zum ersten Mal in dieser Saison. Am Ende hieß es zwar 33:18 für die SG LiDa II, aber der Reihe nach.
Die Stimmung war entsprechend gut. Mit Lucas Godel und Lars Ksoll standen zwei junge Spieler im Kader. Denis Grmaca hat die Handballschuhe noch einmal aus dem Keller geholt, und Jan Hackerts lief nach langer Zeit wieder für den DSC auf. Gimmerthal gab einen Plan aus, der beim DSC zuletzt schlicht nicht möglich war: ordentlich Dampf machen. Wer platt ist, geht raus, der Nächste kommt rein. Wechseln, eine fast vergessene Kunst.

Die neunte Minute
Der DSC legte los, als hätte er genau darauf gewartet. Dennis Gawlick traf nach gut zwei Minuten zum 0:1, Eike Hippe 40 Sekunden später zum 0:2. Auch danach hielten die Gäste mit: Simon Schlimm traf zum 1:3, Grmaca bei seinem Comeback zum 3:4, Schlimm noch einmal zum 4:5. Das war die neunte Minute – und die letzte Führung des Abends.
LiDa drehte das Spiel, auch weil der DSC kurz in Unterzahl war: Aus 5:5 wurde 8:5. Stefan Sokolowski antwortete mit zwei Toren binnen 40 Sekunden zum 8:7, Gimmerthal nahm direkt eine Auszeit. Zur Pause stand es 12:9, Rouven Lindner hatte vier Sekunden vor dem Pfiff noch verkürzt. Drei Tore Rückstand, aber ein klares Gefühl: Da geht heute was.
Kraut und Rüben
Das Gefühl täuschte. Was nach der Pause folgte, lässt sich mit Kraut und Rüben noch freundlich beschreiben. LiDa stellte auf eine offene Deckung um und spielte deutlich cleverer. Beim DSC dagegen ging der Kopf aus. Alles, was man im Handball irgendwann einmal gelernt hat, flog über Bord: viele Ballverluste, viele verworfene freie Würfe. Der Torhüter der Gastgeber verdient dafür ein Lob – schwer gemacht hat man es ihm allerdings nicht.
Auch in der Abwehr war vom gemeinsamen Verschieben bald nichts mehr zu sehen. Stattdessen gab es viele Eins-gegen-eins-Duelle und immer wieder einen Gegenspieler, der völlig frei stand. Die Folge waren einfache Tore. Auch Alex Motoc, der im Tor zum Einsatz kam, konnte daran wenig ändern. Zwischen der 42. und der 52. Minute warf LiDa acht Tore in Folge, von 21:13 auf 29:13. Gimmerthals zweite Auszeit beim 22:13 hielt den Lauf ebenfalls nicht auf. Die Gastgeber hatten sichtlich Spaß, allein Julius Ortmanns kam auf neun Treffer.
Nach elf Minuten ohne eigenes Tor beendete ausgerechnet Rückkehrer Jan Hackerts die Flaute zum 29:14. In der Schlussphase trafen noch Gawlick, Ksoll, Lindner und Godel zum 33:18. Die zweite Halbzeit ging mit 21:9 an LiDa.

Elf sind noch keine Mannschaft
Die Niederlage ist auch in dieser Höhe verdient. Und doch war dieser Abend anders als die beiden davor. Die erste Halbzeit hat gezeigt, was mit einem vollen Kader möglich ist. Die zweite hat gezeigt, was noch fehlt: Eingespieltheit. Elf Namen auf dem Bogen sind ein Anfang, aber noch keine Mannschaft, die auch dann zusammenbleibt, wenn es nicht läuft.
Bester Werfer waren Schlimm, Lindner und Grmaca mit je drei Toren. Lucas Godel und Lars Ksoll haben sich gut geschlagen und beide ihr erstes Tor für den DSC erzielt, Godel legte sogar noch eines nach. Das bedeutet natürlich: Kiste. Doppelt. Ein Aufwärtstrend ist spürbar. Trainer Gimmerthal hat trotzdem noch reichlich zu tun.
Zählen Sie mit!
Damit beim nächsten Mal weitergezählt werden kann, die bekannte Bitte: Wer schon einmal Handball gespielt hat, ist beim DSC herzlich willkommen, egal ob gestern oder vor zehn Jahren. Das gilt für neue Gesichter genauso wie für alle, die beim DSC gemeldet sind und länger nicht da waren. Trainiert wird montags um 20 Uhr und donnerstags um 18:30 Uhr im Wanner Sportpark. Weil die Hallensituation in Herne angespannt ist, am besten vorher kurz melden: Alexander Motoc freut sich über jede Nachricht, unter 0176 70860635 oder per Mail an info@dsc-handball.de.
Jetzt geht es erst einmal in die Herbstpause, der DSC leckt seine Wunden. Weiter geht es am Samstag, 31. Oktober, um 16 Uhr bei der HSG RE/OE II. Bis dahin gilt: weiterzählen. Zwölf wäre eine schöne Zahl.
Kube, Motoc; Schlimm (3), Lindner (3), Grmaca (3/1), Godel (2), Gawlick (2), Sokolowski (2), Hackerts (1), Hippe (1), Ksoll (1)