Limbergers Comeback mit Schmackes

DSC Wanne-Eickel gg. TB Beckhausen 23:35 (12:16)

Der Handball hat manchmal ein seltsames Gedächtnis. Im Januar 2025 verlor der DSC mit 23:35 gegen den VfL Gladbeck 3, und der Bericht dazu endete mit einem Hilferuf: Jetzt müssen die Alten wieder helfen. Knapp zwei Jahre später ist dieser Hilferuf angekommen. Am Sonntagmorgen stand in der Sporthalle Wanne-Süd tatsächlich einer dieser Alten auf der Platte. Am Ende hieß es gegen den TB Beckhausen zwar wieder 23:35 (12:16). Diesmal erzählt das Ergebnis aber nur die halbe Geschichte.

Die andere Hälfte heißt Jens Limberger. Limberger ist eine DSC-Legende und spielt inzwischen eher Schach als Handball. Wegen der Personallage hat er sich aber noch einmal das schwarzgelbe Trikot übergezogen und die lädierten Knie richtig unter Dampf gesetzt. Nötig war das allemal. Neun Spieler standen auf dem Bogen, Stefan Kube hütete das Tor 60 Minuten lang allein. Weil es im Feld trotzdem eng wurde, lief mit Alex Motoc wieder ein gelernter Torwart als Feldspieler auf. Beim DSC läuft gerade ein kleiner Umbruch: Einige vertraute Gesichter fehlen, ein paar neue sind schon im Anflug. Bis dahin hilft, wer helfen kann.

Angekommen nach 116 Sekunden

Wie lange Limberger brauchte, um wieder anzukommen? Genau 116 Sekunden, dann traf er zum 1:0. Kurz darauf glich er auch zum 2:2 aus. Der DSC war hellwach und hielt dagegen. Durch Dennis Gawlick und Stefan Sokolowski ging er sogar mit 5:4 in Führung. Das lag auch an Limberger. Er kämpfte nicht nur, er lenkte das Spiel, dachte wie am Schachbrett einen Zug weiter und setzte vor allem Sokolowski auf Halblinks immer wieder glänzend in Szene.

In der elften Minute war das allerdings die letzte Führung. Beckhausen antwortete mit einem 6:1-Lauf und stand nach gut 16 Minuten beim 6:10. Aufstecken wollte der DSC trotzdem nicht. Limberger verkürzte auf 8:11 und nach einer Auszeit von Florian Gimmerthal auf 9:11. Später kämpften sich die Schwarzgelben vom 9:14 bis auf 12:15 heran, unter anderem durch Sokolowski und Simon Schlimm. Dass es mit 12:16 in die Pause ging, lag an einer Zeitstrafe kurz vor Schluss: Marvin Wendt traf in Überzahl sechs Sekunden vor dem Halbzeitpfiff.

Vier Tore Rückstand, ein einziger Wechselspieler, alles noch drin. Es gibt schlechtere Halbzeitbilanzen.

Und dann kam das Tempo

Nach dem Seitenwechsel verwandelte Schlimm einen Siebenmeter zum 13:17, und für einen Moment stand die Tür noch offen. Dann drehte Beckhausen auf. Die Gäste machten das Spiel schnell, und genau da konnte der DSC nicht mehr mitgehen. Bis zur 46. Minute zog Beckhausen auf 15:25 davon, ein 8:2-Lauf in knapp 13 Minuten. Zwei Zeitstrafen in dieser Phase kosteten zusätzlich Kraft, die ohnehin knapp war. Bei den Gästen trafen vor allem Bao Truong Vo (9) und Marvin Wendt (8).

Die Mannschaft hat in dieser Phase wirklich alles reingeworfen, was sie noch hatte. Aber irgendwann ging es einfach nicht mehr.

Mittendrin: Dennis Gawlick (19) am Kreis, vorne Stefan Sokolowski (13).

Rouven Lindners Viertelstunde

Aufgegeben wurde trotzdem nichts. In der Schlussphase zeigte der DSC noch einmal, was in ihm steckt, und das lag vor allem an Rouven Lindner. Alle fünf seiner Tore fielen ab der 47. Minute, das letzte zum 23:34 anderthalb Minuten vor Schluss. Ab dem 15:25 hielt der DSC das Spiel mit 8:10 fast ausgeglichen, mit müden Beinen und einer Bank, auf der praktisch niemand mehr saß.

Am Ende geht der Sieg für Beckhausen in Ordnung, die Gäste haben ihn sich über das Tempo verdient. Und doch nimmt der DSC von diesem Sonntag mehr mit als ein Ergebnis. Wer da war, hat gekämpft, einige sind über sich hinausgewachsen. Lindner kam auf fünf Tore, Schlimm und Gawlick auf je vier. Am Ende war der Druck einfach ein bisschen zu groß. Und Limberger? Sechs Tore, bester Werfer, ein Comeback mit Schmackes. Ein Top-Kerl eben.

Ehemalige ausdrücklich erwünscht

Bleibt die Frage, wie es weitergeht. Einige, die gerade fehlen, kommen hoffentlich bald zurück, ein paar neue Spieler stehen schon in den Startlöchern. Und Jens Limberger hat gezeigt, dass auch Ehemalige jederzeit herzlich willkommen sind. Das gilt für alle, die früher einmal Handball gespielt haben, beim DSC oder anderswo, vor einem Jahr oder vor zwanzig. Trainiert wird dienstags und donnerstags ab 20:00 Uhr im Wanner Sportpark.

Für’s Probetraining: Alexander Motoc freut sich über jede Nachricht, unter 0176 70860635 oder per Mail an info@dsc-handball.de.

Weiter geht es in zwei Wochen: Am Samstag, 21. November, spielt der DSC um 14 Uhr bei der HSG Hattingen-Sprockhövel IV in der Kreissporthalle Hattingen. Zeit genug, um die Knie zu kühlen. Und um noch ein paar Alte anzurufen.

Kube; Limberger (6), Lindner (5), Schlimm (4/1), Gawlick (4), Sokolowski (2), Kippka (2), Ksoll, Motoc